„Hildegard, das dicke Huhn, hat vor Ostern viel zu tun“ – oder: Die Eierschwemme

 

In einem 2-4-Personen Haushalt (je nach Anwesenheit der Söhne) hören sich „Drei Hühnereier pro Tag“ relativ wenig an. Aber: Das sind 21 pro Woche. Und das ist schon eine Menge. Und wenn man in der Woche wenig backt oder kaum Gerichte mit Eiern macht, hat man nach zwei Wochen schon 42 Hühnereier. Die übrigens unterschiedlich groß sind. Wir verschenken also schon mal welche (nein, wir verkaufen nichts, bitte gehen sie weiter) und wir erfreuen uns natürlich selbst an der Menge.

Samstags zum Frühstück mache ich mir in der Regel ein leckeres Rührei (also nicht nur eins…) mit der hervorragenden Gewürzmischung „Rührei-Mix“ von Ankerkraut (www.ankerkraut.de). Ganz ohne Geschmacksverstärker, Zucker oder Zusatzstoffe. Nur Meersalz, rotes Paprikagranulat, schwarzer Pfeffer, Zwiebel, Petersilie, Chilischrot, Rosmarin, Kurkuma und Knoblauch. Lecker! Und manchmal gibt´s auch Bacon dazu. Dann ist es perfekt. Und manchmal gibt es sonntags ein gekochtes Ei. Oder zwei. Man muss ja was tun gegen die Eierschwemme…

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Warum ist Eierlegen eigentlich so laut? oder: Eierlegen macht stolz!

Oh ja. Die Eierproduktion läuft. Mittlerweile. Holly, Polly und Molly haben natürlich nicht gleichzeitig angefangen Eier zu legen. Aber als das erste Huhn anfing, haben die anderen sich schnell beeilt, ebenfalls Eier zu legen. Bis auf kleine Ausfälle haben sie dann regelmäßig jeden Tag ein Ei (Nein, nicht sonntags auch mal zwei!) gelegt.

Was wir nicht wussten: Manche Hühner freuen sich derart darüber, dass sie nach dem Legen in Freudenschreie ausbrechen, dem sogenannten „Legegackern“. Für uns hörte sich das eher nach „Alarm – 15 Marder im Stall“ oder „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ an, so dass wir eilig zum Stall liefen und nach kurzer Zeit gelernt hatten, dass Eierlegen stolz machen kann.

Übrigens: Hühner machen viele verschiedene Geräusche. Bereits in den 50er Jahren zeichneten Nicholas und Elsie Collias  von der University of California in Los Angeles die unterschiedlichen Rufe der Hühner auf und entdeckten ein Repertoire von 24 Lauten. Die haben wir noch nicht alle gehört, aber wir stellen ebenfalls fest, dass die Hühner miteinander kommunizieren und dafür verschiedene Laute benutzen. Aber das ist eine andere Geschichte…

Legen die denn auch Eier? Oder: Warten auf Godot.

Das ist ja so auf dem Land. Man kennt sich. Man kennt die Nachbarn. Es gibt Notnachbarn, Kranznachbarn, rechte Nachbarn (Nein nicht politisch!) die müssen die Beerdigung organisieren, usw. Und da man niemals anonym bleibt in einem solchen Dorf, interessieren sich auch die Nachbarn für die Hühner. Und eigentlich auch das ganze Dorf. Als wir den Hühnerstall aufgestellt hatten und die Hühner eingezogen waren, war auch an unserem Feldweg ein erhöhter Durchgangsverkehr von Autos, Fahrrädern, Treckern und Hundehaltern zu verzeichnen. Das ist im Dorf immer so und ist auch bei Neubauten, Gartenumgestaltungen, neuen Autos, Nachwuchs und sonstigen wichtigen Lebensereignissen festzustellen.

Und wie oft haben wir den Satz „Und? Legen die denn auch Eier?“ gehört? Ich weiß es nicht mehr. Aber wir wussten ja auch nicht, wann die endlich mal anfangen, ihren Produktionsauftrag zu erfüllen. Dafür hatten wir sie schließlich gegen freie Kost und Logis angestellt. Die Hauptpflichten aus dem Arbeitsvertrag waren für beide Seiten also klar geregelt. Und innerhalb der vertraglich vereinbarten Probezeit ging es dann auch los…

Mit Windeiern.

Wikipedia: „Unter einem Windei versteht man ein Vogelei, das ohne Kalkschale gelegt wird, und daher nur von der dünnen Schalenhaut umgeben ist. Der Name leitet sich von lateinisch ova subventanea ab (ova – ‚Eier‘; ventus – ‚Wind‘). Man dachte, dass diese Eier durch den Wind, bzw. den Atem eines Gottes befruchtet worden waren.“ Aha.

Wikipedia hat vergessen zu schreiben, dass Windeier eben auch vorkommen, wenn die Hühner anfangen Eier zu legen. Typisch also für die Probezeit. Sie üben noch. Kein Grund zur Sorge. Man sollte Windeier allerdings immer schnell entsorgen. Damit die Hühner sich nicht drüber hermachen und meinen, Eier sind zum Essen da…

Und dann kam es endlich. Das erste Ei! Und viele sollten folgen. Sehr viele…

Das Hühnerfutter und das „Ockenfels-Lönneberga-Syndrom“

Was gibt man einem Huhn eigentlich zum Fressen? Reste? Biomüll? Körnerfutter? Tipps bekommt man ja viele. Vom Grillfleisch bis zu Küchenresten, Wurst, Käse, usw.. Übriggebliebene Fruchtstücke aus einer Bowle sind übrigens nach Angaben und eigenen Erfahrungen eines guten Freundes unbedingt zu vermeiden. Sie, also die Hühner, leiden dann am „Ockenfels-Lönneberga-Syndrom“, einem Zustand der akuten Alkoholintoxikation. Sind Hühner den Genuss von Alkohol nicht gewohnt reagieren sie enthemmt und es gibt akute Beeinträchtigungen des Bewusstseins, der Kognition, der Wahrnehmung, der Affekte oder des Verhaltens. Und manchmal fallen sie tot um. Also besser nicht verabreichen…

Wir haben uns nach einigen Experimenten mit wechselnden  Zusammenstellungen (die übrigens kein Problem für die Drei waren) für ein sogenanntes „Alleinfutter“ entschieden. Also ein Futter, das Körner und Legemehl enthält und somit eine ausgewogene Ernährung und ein gutes Eierlegen sichert. Unsere Variante ist zudem noch Gentechnikfrei, so dass unsere Eier natürlich in der Premium-Klasse liegen. 😉

Wir bestellen das Futter über unseren Raiffeisenmarkt. Es nennt sich „GoldDott Eierglück ohne Gentechnik“. Was will man also mehr. Aber unsere Hühner werden natürlich auch zusätzlich verwöhnt. Sie essen gerne Salat. Dafür klettern sie auch auf Klettergerüste, die wir ihnen im Garten aufbauen. Möhren gehen, entgegen der Erfahrungen anderer Hühnerhalter, überhaupt nicht.

Aber sie lieben: Mehlwürmer. Getrocknete Mehlwürmer. Wenn wir damit ankommen, sind sie nicht mehr zu halten. Die gibt’s täglich in kleiner Menge, vor allem, wenn sie im Auslauf bleiben müssen. Dann haben sie was zu picken und zu scharren.

Aber was nutzt Eierglück ohne Eier?  Davon später mehr.

My home is my castle! oder: Der Hühnerstall – Aufzucht und Pflege

Heute schieben wir mal einen ganzen Artikel als „Praxistipp“ ein. Denn für jeden (zukünftigen) Hühnerhalter stellt sich die Frage: Wie soll der Stall nun aussehen? Und was muss der alles können? Wie bereits weiter unten beschrieben, haben wir unseren in der Nähe von Gouda gekauft. Und dann auch gleich aufgebaut. So sah er dann aus:

stall front

Tim hat dankenswerterweise die Fotos mit den entsprechenden Maßen versehen, so dass man eine Vorstellung von der Größe bekommt. Wichtig bei diesem Stall: Er war nur einmal gestrichen. Wir haben ihn ein zweites Mal gestrichen, um einen besseren Wetterschutz zu haben. Außerdem bestand der Boden des Legenestes nur aus einem Holzgitter. Es zog also von unten. Ist ja nicht so angenehm, wenn es von unten zieht… Daher haben wir dort noch eine Holzplatte drunter geschraubt. An eine Seite (die später genau in Windrichtung steht) haben wir an ein Element eine Plexiglasscheibe angebracht, damit es eine windgeschützte, aber helle Ecke im Auslauf gibt. Für die Wintermonate haben wir an die gesamte Windseite Plexiglas angebracht. Das wird im Frühjahr wieder entfernt. Bis auf die eine Ecke. Wir haben übrigens unter den gesamten Rahmen (müsste man auf dem unteren Bild erkennen können) alte, von unserem alten Gartenzaun übriggebliebene Zaunpfosten geschraubt, da der Stall natürlich immer im feuchten Boden steht und der ursprüngliche weiße Rahmen nicht sehr dick ist.

Uns war irgendwie klar, dass wir den Auslauf erweitern wollten, damit die Hühner mehr Platz haben. Wir sind alle vier berufstätig und können die Hühner tagsüber nicht in den Garten lassen. Denn bei uns leben auch Füchse und andere natürliche Feinde der Hühner. Und unser Garten ist auch nicht abgeschlossen. Fluchtmöglichkeiten also vorhanden. Das geht nur am Wochenende. Daher brauchen sie auch ein bisschen Auslauf mehr. Vielleicht auch für die Wintermonate eine ganz gute Investition. Mit bescheidenen Heimwerkerkenntnissen haben wir dann einen Auslauf mit einer zweiten Tür gebaut, in den gleichen Farben gestrichen und mit dem Stall verbunden. Nun war genug Platz für die Hühner und wir waren sehr zufrieden mit dem Bauwerk. Für das Zusammenschrauben und den Transport an den endgültigen Standort braucht man dann allerdings auch die ganze Familie. Aber das klappt bei uns ganz gut. Wir alle haben die Hühner ja in unser Herz geschlossen. So sah das (vorerst) fertige Produkt dann aus:

stall rück

 

Über den Preis pro Ei wollen wir hier natürlich nicht reden. Und es war nicht der letzte Ausbau, der noch folgen sollte…

Nomen est omen – Wie heißen die Hühner denn?

Darf ich vorstellen: Holly! – Die mit Feuer unterm Hintern…

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Holly. Deren Rasse wir nicht kennen. Die sich aber so verhält. Wie Holly. Draufgängerisch, frech, immer ganz vorne mit dabei. Bei jeder Feier ein Biest. So wie das Partygirl Holly in „Frühstück bei Tiffany“. Sie springt auch schon mal über andere Hühner, wenn sie was will. Oder wenn wir mit Extra-Futter kommen. Einem kleingeschnittenen Apfel zum Beispiel. So haben wir sie eine lange Zeit erlebt. Daher passt der Name auch gut.

Achtung Herrschaften: Hier kommt Polly! Die Grande Dame des Hühnerstalls…

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Polly. So wie Tante Polly. Und so tantenhaft ist sie auch. Immer geschwätzig, immer ihre Erhabenheit demonstrieren und zeigen, dass man die First Lady ist. Sie hackt die anderen Hühner, am meisten Molly. Polly ist in der Hackordnung ganz oben. Das ist Polly. Aus dem aramäischen: die Schöne. Polly ist die Abkürzung des griechischen Vornamens Apollonia, was dann natürlich auch zu meiner eigenen Herkunft passt. Denn wer kennt als Kölner nicht das alte Lied: „Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia wenn d’r Franz me’m Nies noh’m »Ahle Kohberg« gingk, wenn d’r Pitter Ärm en Ärm me’m Appolonia (!) stillverjnööch o’m Heimwäch ahn ze Knutsche fingk.“

Wie im echten Hühnerleben: die kleinste kommt zum Schluss: Molly

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Molly war von Beginn an die kleinste und vermutlich jüngste von den drei Hühnern. (Was sich später ganz erheblich ändern sollte! Das mit der Größe.) Aber auch ein bisschen dicklich. Und nicht so schnell beim Futter, wie die anderen. Wir hatten  manchmal Angst, dass sie überhaupt genug abbekommt. Aber sie ist nicht dumm. Wenn die anderen abends schon in den Stall gingen, um sich die besten Plätze zu sichern, ging Molly seelenruhig zum Futtertrog und haute sich den Bauch voll. Daher der Name Molly. So gutmütig, wie die Lokomotive aus dem Kinderbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Bei ihr hat es auch am längsten gedauert mit dem Eierlegen. Aber davon später mehr…

Huhn? Eine Charakterfrage!

Kann man Hühner eigentlich voneinander unterscheiden? Also nicht vom Rassetyp her, sondern vom Charakter? Und gibt es tatsächlich diese sagenumwobene Hackordnung? Auch bei nur drei Hühnern? (Für die Berliner Blase: Gibt es Hierarchien in der Hühner-Community? Oder sind die alle durchgegendert und relaxed?)

Ja, man kann Hühner unterscheiden. Die einen sind dominanter als die anderen, die einen sind frecher als die anderen und manche sind hochherrschaftlich. Und auch das kann sich wieder ändern. Unsere Hühner sind der lebende Beweis dafür.

Aber von Anfang an: Welche Namen geben wir unseren Hühnern? Was kurzes prägnantes, was zu ihnen passt. Passend zu ihrer Farbe? Soll man Hühnern überhaupt Namen geben? Das waren meine ersten Gedanken. Und dann kamen die Namen einfach so: Holly, Polly und Molly. Die Namen passen gut zusammen. So wie die Hühner auch. Mehr davon später…

Kleine Taschenlampe brenn – oder: Wie finden Hühner abends in den Stall ?

Nun, nachdem die Hühner endlich draußen im Auslauf umher stolzierten, hatten wir auch keine Angst mehr, dass sie verhungern oder verdursten könnten. Der Tipp für die Tränke: Nicht auf den Boden stellen, denn da ist sie nach unserer eigenen Erfahrung im Nu verdreckt. Hühner scharren und scheren sich nicht um den Dreck, der überall herumfliegt. Also besser am Dach des Auslaufs aufhängen. Die Tränke, nicht die Hühner.

Auch im Sommer gehen die Tage mal zu Ende und es wird irgendwann dunkel. Und es dämmerte (!) uns, dass die Hühner auch wieder in den Stall zurück müssen. Wir fragten uns, ob sie das ganz alleine tun oder ob wir sie dahin tragen müssen? So, wie wir sie auch raus gesetzt haben. Tja, und auf einmal war es dann dunkel. Und die Hühner nicht im Stall.

„Die finden den Weg alleine“, „das funktioniert sehr gut“, „muss man sich nicht kümmern“, waren die im Internet nachzulesenden Erfahrungen. Mag ja alles sein, ging bei unseren Hühner aber nicht. Wir waren genauso ratlos wie unsere Hühner selbst. Denn die wollten auch wieder in den Stall zurück, wussten aber nicht wie. Die Hühnerleiter war nämlich nicht mehr zu sehen, was im Dunkeln wohl meistens so ist. Meine Frau hatte dann die Idee mit der Taschenlampe….

Wir haben den Hühnern also buchstäblich heimgeleuchtet. Das erste Huhn, Polly, war kaum die Hühnerleiter hoch, da kamen Holly und Molly auch. Herdentiere eben. Nach dem ersten Tag fanden die Hühner den Weg alleine, das funktioniert sehr gut und man muss sich nicht kümmern. Nachdem die Hühner die Lektion gelernt hatten. Und wir.

Die Hühner sind da! – Und jetzt?

Tja. Da standen wir nun mit dem Karton voller Hühner vor dem Stall. Und wie kriegen wir die jetzt in ihr Häuschen rein? Wir hatten vorher gelesen, dass man die Hühner zuerst in den Stall setzen sollte, damit sie nachher wissen, wo sie abends wieder hin müssen. Aber wie anfassen?  Von oben! Ja, tatsächlich von oben. Mit beiden Händen von oben kommen und die Flügel umschließen. Dann kann man sie wirklich gut überall hinsetzen. Wenn die Hände von oben kommen, hocken die Hühner sich in einem natürlichen Reflex hin. Sie sind also wehrlos. Gerade richtig für uns Anfänger. Nach und nach holten wir die verängstigten und noch scheuen Hühner aus dem Karton und setzten sie in den Stall. Und: es passierte nichts!

Sie saßen einfach da und schauten sich unsicher um. Die Hühnerleiter herunter in den Auslauf? Keine Chance! Sie wollten gar nichts. Nicht einmal fressen. Wir warteten und warteten…

Nach einiger Zeit steckte das neugierigste Huhn, Polly,  den Kopf aus der Luke. Wir hatten ein paar Körner auf die Leiter gestreut, um sie zu locken.

Und mehr passierte an diesem Tag nicht mehr.

Nächster Morgen: Die Luke ganz aufgezogen und gewartet. Und gewartet. Die Hühner lebten noch. Aber sie kamen nicht heraus. Wasser und Fressen gab‘s aber nur draußen. Nach einer Weile fassten wir uns dann ein Herz und nahmen Holly (die Schwarze) aus dem Stall und setzen sie in den Auslauf. Wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie sie wieder (über die Hühnerleiter!) in den Stall zurücklief. Erster Versuch also fehlgeschlagen. Dann eben zweiter Versuch. Molly (die Weiße) genommen, und in den Auslauf gesetzt. Die war so beleidigt, (das sollte sie noch öfter sein) dass sie einfach dort sitzenblieb, wo ich sie hingesetzt hatte. Das wiederum war gut, denn nun war die Neugierde der anderen beiden geweckt…

Es dauerte nicht mehr lange, bis es soweit war und die beiden herauskamen. Aber dann wartete das nächste Erlebnis. Wir hatten den Auslauf mit Gräsern und Wiesenblumen bepflanzt, damit unsere Hühner direkt was zu fressen hatten. Das kannten die drei aber gar nicht. Sie stolzierten wie ein Storch durch die Wiese, ängstlich, auf die Grashalme zu treten.  Das hat allerdings nicht besonders lange angehalten. Nach 14 Tagen waren alle Pflanzen restlos abgegrast und nur noch brauner Boden und Kuhlen zu sehen. Wir haben danach keine Pflanzen mehr in den Auslauf gesetzt…

Nach ein paar Stunden fühlten sich die Hühner sichtlich wohl und wir waren erleichtert, den Transport und die Eingewöhnung überstanden zu haben. Aber der Abend sollte ja noch kommen…

Holly, Polly und Molly. Oder: Hinterm Puff gleich rechts abbiegen!

Wo kauft man eigentlich Hühner?

Bei Aldi und Lidl. Normalerweise. Aber die legen nicht so gut. Die Frage muss also besser lauten: Wo kauft man eigentlich lebende Hühner? Und welche überhaupt?

Zwei Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind…

Der Kauf

Wir haben im Dorf einen gut geführten Raiffeisenmarkt. Da kommt jeden Samstag um 10.15 Uhr der Hühnerwagen. Ja, sie haben richtig gelesen. Der Hühnerwagen. Ein großer LKW eines Hühnerzüchters aus Ostwestfalen (Da scheint ein Nest zu sein – schönes Wortspiel!) auf dem viele verschiedene Hühnerrassen in großen Plastikkörben untergebracht werden. Und die kann man dann kaufen und sich nebenbei beraten lassen. Als Anfänger darf man auch einfache Fragen stellen. Jedenfalls bei unserem Hühnerwagen.

Die Rassen

Und da kann man auch erfahren, worin sich Hühnerrassen unterscheiden. Da gibt es nämlich lebhafte, scharrfreudige (Achtung liebe Rasenbesitzer!), laute, leise, gut legende, anfängerfreundliche, flugfreudige und viele andere Charakterzüge. Und darüber sollte man sich vor dem Kauf Gedanken machen. Die Größe des Stalls, die Umgebung, die Nachbarn, der Garten, all das spielt dabei eine Rolle.

Da haben wir aber nicht gekauft. Wir haben nach unserem England-Urlaub alles fertig gehabt und noch eine Woche Resturlaub zu Hause. Also ideal zur Eingewöhnung der neuen Hühner. Und meine Frau hat einen Kollegen, der auch Hühner hat. Von einem Geflügelhof in der Nähe von Kalkar. (Die Stadt mit dem schnellen Brüter…) Und die Wegbeschreibung lautete ganz einfach so: Von Xanten aus kommend hinter dem Puff rechts abbiegen! Wirklich.

Und da sind wir dann hingefahren. Mitbringen muss man einen Umzugskarton oder ähnliches, je nach Anzahl der Hühner.

Wat wollnse denn haben? lautete die knappe Frage der Hühnerhof-Dame. Tja, die Rassen, die wir uns vorher ausgesucht haben, waren leider nicht alle da. Können wir aber bestellen! Nee. Was haben sie denn da? Und dann wurde es unromatisch. Denn die Frau öffnete einen Stall, schnappte sich eine lange Eisenstange mit einem Haken und holte aus einer Menge von 50 Hühnern innerhalb von Sekunden drei verschiedene raus, in dem sie mit dem Haken um die Füße der Hühner griff und diese mit einem erfahrenen Handgriff in den mitgebrachten Karton beförderte. Vielleicht doch der Hühnerwagen? Zu spät. Da hatten wir also unsere Hühner. 20-22 Wochen alt. Kostenpunkt: 22 Euro. Für drei. Ein Sussex, ein Königsberger und ein nicht näher zu identifizierender Braunleger. Wer näheres weiß, melde sich bitte. Nein, es ist kein Maran. Ich glaube die Hühner sind uns bis heute dankbar, dass wir sie genommen haben. Aber dem Hühnerhof sind wir auch dankbar. Aber davon später.

Und damit fuhren wir dann nach Hause. Als stolze Hühner-Besitzer. Nichtsahnend was da noch alles kommen sollte…